Eine Achterbahnfahrt ins lila-weiße Herz – Die Fanszene ist unser Löwenpudel of the Match beim Pokalspiel gegen den FC Bayern München

Mit der Auslosung der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals stand fest, dass sich zum bereits vierten Mal der VfL Osnabrück und der FC Bayern München in diesem Wettbewerb gegenüberstehen würden. Rekordmeister der 3. Liga gegen den Deutschen Rekordmeister von der Säbener Straße. Zweitligaaufsteiger gegen Branchenprimus. David gegen Goliath. Stundenlang könnten wir noch weitere Redewendungen hinzufügen, doch lassen wir den Abend für sich sprechen. Sportlich gesehen gewann der Gast von der Isar mit 4:1 das Spiel, doch dem VfL ist hoch anzurechnen, dass er die Bayern zu einer Topleistung zwang, um diese Partie für sich zu entscheiden. Robin Meißners frühes Führungstor dürfte es mit Sicherheit in die Auswahl zum Tor des Monats September schaffen. Isy Badjies Duell mit Michael Olise, einem Mann, der einen Marktwert besitzt, der ungefähr den Umbaukosten der Bremer Brücke entspricht, sorgte mehrfach für den legendären Brückenrooooar. Und Jonas Krumrey bewies, warum er als Keeper eine echte Verstärkung zwischen den Pfosten sein kann. Dass die Bayern nicht immer zu verteidigen sind und als Weltklassemannschaft über eine Qualität verfügen, die in Deutschland ihresgleichen sucht, macht das 1:4 für alle VfLer absolut erträglich, auch wenn Timo Schultz schon aus seiner Enttäuschung keinen Hehl machte: unser Trainer ist voller Ehrgeiz und überträgt diese Einstellung immer wieder auf seine Mannschaft, die am Mittwochabend alles gab und leidenschaftlich verteidigte.

Doch der Löwenpudel of the Match geht in diesem Spiel an die Menschen, die dem Verein und der ganzen Stadt erneut eine magische Pokalnacht schenkten: Die Fanszene des VfL Osnabrück hat sich an diesem Abend schlicht und ergreifend selbst übertroffen und weltweit für Aufsehen gesorgt. Ob im brasilianischen Sportfernsehen, der Gazetta dello Sport aus Italien oder der BBC in Großbritannien: alle Fernsehstationen und Zeitungen berichteten über die größte und beeindruckendste Choreographie seit Menschengedenken, mit der neue Maßstäbe in der Fankultur gesetzt wurden. Schon weit vor Anpfiff wurden die Besucher der Ostkurve mit einer Leuchtreklame im Stile eines Fahrgeschäftes auf dem Jazzer empfangen: „Funpark Bremer Brücke“ strahlte es da groß vor dem Eingang der Ostkurve und bereits da stieg die Vorfreude bei den Besuchern ins Unermessliche. Eine Choreo, die quasi schon vor dem Stadion begann, auch dies ein Novum in der Fankultur. Die Violet Crew hatte dementsprechend auch dazu aufgerufen, spätestens um 20 Uhr auf den Plätzen zu sein. Und die Fans folgten dem Aufruf. Pünktlich zum Aufwärmen begrüßte die Ost mit einem Meer aus bengalischen Fackeln die VfL-Mannschaft. Die ebenfalls recht zeitige Verkündung der Mannschaftsaufstellungen war dann die Ouvertüre für eine Aufführung, wie sie die Fußballwelt noch nicht gesehen hat. Hunderte fleißige Helfer aus zahlreichen Gruppen der Fanszene montierten eine in stundenlanger und mühevoller Arbeit, mit Liebe zum Detail gestaltete Choreo zusammen. Und ganz am Ende folgte die Achterbahn, auf der kurze Zeit später mehrere Wagen mit liebevoll als VfL-Fans verkleideten Puppen vor der Ost rauf und runtersausten. „VfL Osnabrück geht ab wie Achterbahn“ stand es groß und lang auf der Ost, die Achterbahn selbst stand als Symbol für die wechselvolle Vereinsgeschichte, das ständige Auf und Ab in 127 Jahren VfL Osnabrück. Höhepunkte und Tiefschläge waren auf den Brettern der Holzachterbahn zu entdecken und mit viel Witz und Ironie nahmen sich die Fans mit ihrem Club selbst auf die Schippe. Untermalt wurde die fast 5 Minuten lange Choreo mit dem neuen Track von „Starke Raucher“ namens „Funpark Bremer Brücke“. So honorierte der VfL auch selbst unsere laute, bunte und kreative Fanszene, in dem der Track über die Stadionboxen lief. Selbst Medienprofis wie Sebastian Hellmann von Sky oder ARD-Experte Bastian Schweinsteiger kamen über den Freizeitpark mit Achterbahn ins Staunen. Die Bilder gingen um die Welt und machten dieses Ereignis zum eigentlichen Highlight des Pokalabends. Die Bremer Brücke ist um einen legendären Moment reicher geworden und die Fans des VfL haben gezeigt, dass sie endgültig in der Champions League der Fankultur angekommen sind.

Der Löwenpudel of the Match geht an die Fanszene, die ganz Osnabrück einen wunderschönen Moment verschafft hat un der nicht nur Fußballdeutschland zum Staunen gebracht hat.